Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
sliderimg1 sliderimg2 sliderimg3 sliderimg4 sliderimg5 sliderimg6

Planetenhimmel Januar-Februar 2012

von Andreas Fritsche, 10.01.2012

Nach der guten Morgensichtbarkeit in den letzten Tagen des vergangenen Jahres ist der innere Planet Merkur erst wieder im Februar zu sehen. In der dritten Monatsdekade kann der flinke Planet nach Einbruch der Dämmerung kurze Zeit über dem Westhorizont aufgefunden werden.

Venus ist den beiden Monaten des Jahres als auffällig heller Abendstern über dem Südwesthorizont zu finden. Dabei verbessern sich ihre Beobachtungsbedingungen immer mehr. Ihre Untergänge verspäten sich immer mehr, so dass entsprechend mehr Zeit für eine Beobachtung bleibt. Außerdem wird sie immer heller. Ende Februar verschwindet Venus erst gegen 22 Uhr unter dem Horizont. Das anfangs fast noch volle Planetenscheibchen wird schmaler und größer. Weil die Venus die Sonne innerhalb der Erdbahn die Sonne umkreist, zeigt sie Phasen wie der Mond. Die Fotomontage zeigt anschaulich die verschiedenen Lichtgestalten der Venus, hier im Jahr 2004.

Am 09. Februar steht ein weiterer Planet unmittelbar neben Venus in nur 0,5 Grad Abstand, d. i. der scheinbare Durchmesser des Vollmondes. Uranus - ein Gasplanet wie Jupiter und Saturn - kann an diesem Abend relativ leicht mit Hilfe eines kleinen Fernrohres oder einem Fernglas unmittelbar neben Venus aufgesucht werden. Mit einer Helligkeit von 5,8 Größenklassen ist er damit so hell wie die mit bloßem Auge gerade noch sichtbaren Sterne.

Für Mars, den roten Planeten, verbessern sich die Beobachtungsbedingungen stetig. Die immer früher einsetzenden Aufgangszeiten in die Stunden vor Mitternacht und seine zunehmende Helligkeit künden vom Nahen der Oppositionsstellung, die er im März erreicht. Geht der Planet Anfang Januar um ca. 22:45 Uhr auf, so überschreitet er Ende Februar bereits kurz nach 18:00 Uhr die Horizontlinie. Zwischen den Sternbildern Löwe und Jungfrau ist er damit unübersehbar das dominierende Gestirn am Nachthimmel.

Auch Riesenplanet Jupiter bietet ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen. Im Januar fallen seine Untergangszeiten erst in die frühen Morgenstunden. Doch auch im Februar kann der Planet noch gut in der ersten Nachthälfte beobachtet werden, denn erst Ende des Monats geht er eine Stunde vor Mitternacht unter. Nach Venus bleibt Jupiter weiterhin das hellste Objekt am abendlichen Sternhimmel. Für die Beobachtung der vier hellen Jupitermonde braucht man keine große Technik. Bereits ein Fernglas genügt, um das reizvolle Wechselspiel der Jupitertrabanten zu verfolgen. Abb. 3 gibt eine realistische Vorstellung über den Anblick in einem Fernglas.

Lediglich Saturn ist im Januar und Februar den Beobachtern in der zweiten Nachthälfte vorbehalten. Als Objekt des Morgenhimmels geht er im Januar erst nach Mitternacht, Ende Februar aber bereits gegen 22:15 Uhr auf.

Venusphasen 2004
Die Phasen der Venus. Mit der Änderung der Lichtverhältnisse ändert sich das Aussehen der Venus hinsichtlich Größe und Form. Quelle www.wikipedia.org
Autor: ESO/ Statis Kalyvas - VT-2004 programme
Jupiter Venus Uranus
Himmelsanblick am Abend des 9. Februar gegen 19.00 Uhr. Hier bietet sich die Chance, den Planeten Uranus mit eigenen Augen in unmittelbarer Nähe der Venus selbst „entdecken“ zu können.
Autor: Andreas Fritsche
Jupitermonde
Anblick der vier großen Jupitermonde im Fernglas und kleinen Fernrohr. Er wird sich ständig von Tag zu Tag ändern.
Autor: Andreas Fritsche