Schulsternwarte und Volkssternwarte Crimmitschau

Interessengemeinschaft Astronomie Crimmitschau e. V.

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Der Planetenhimmel im November und Dezember 2019

von Andreas Fritsche, 20.10.2019
Vorschau auf den Planetenhimmel und andere Ereignisse im November und Dezember 2019

Merkur steht am 11. November in unterer Konjunktion zur Sonne, zieht mit ihr über den Taghimmel und dürfte somit nicht zu sehen sein. Diese Konjunktion ist aber etwas Besonderes, hält sie doch ein astronomisches Highlight in Form eines Merkurtransits für uns bereit. Das bedeutet, dass Merkur vor der Sonnenscheibe vorüberzieht und dort als kleines schwarzes Pünktchen zu sehen ist. Allerdings ist hierzu ein Fernrohr oder ein Fernglas mit starker Vergrößerung nötig. Eine Beobachtung mit bloßem Auge ist aussichtslos. Außerdem muss jedes optische Instrument, welches auf die Sonne gerichtet wird, mit einem speziellen Sonnenfilter ausgerüstet sein, um nicht nur die sichtbare, sondern auch die infrarote und ultraviolette Strahlung zu reduzieren. Eine Beobachtung ohne Filter führt zu ernsten Augenschäden bis hin zur Erblindung!

Leider ist der Merkurdurchgang nur etwa bis zur Hälfte zu sehen. Wenn der Planet den geringsten Abstand zur Sonnenmitte hat, geht die Sonne zeitgleich bei uns unter.

Der Merkurtransit nimmt im deutschsprachigen Raum folgenden Verlauf:

  • 1. Kontakt (Merkur berührt den Sonnenrand): 13.35 Uhr
  • 2. Kontakt (Merkur ist vollständig in die Sonne eingetreten): 13.37 Uhr
  • Maximale Phase (geringster Abstand zur Sonnenmitte): 16.20 Uhr
  • Sonnenuntergang (Berlin): 16.20 Uhr

Einen Überblick über den geometrischen und zeitlichen Verlauf gibt die Grafik in Abb. 1.

Als sonnennächster Planet bewegt sich Merkur dann recht schnell von unserem Tagesgestirn weg, so dass es Ende November/Anfang Dezember zu einer relativ günstigen Morgensichtbarkeit kommt. Die günstigste Beobachtungszeit liegt hier ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang. (Abb. 2)

Venus wird erst im neuen Jahr zum gut beobachtbaren Abendstern. Im November und Dezember zeigt sich unser Nachbarplanet nur für kurze Zeit in der abendlichen Dämmerung. Dann ist Venus dicht über dem Südwesthorizont zu finden (Abb. 3). Ihre Untergangszeiten verschieben sich von 17.45 Uhr Anfang November auf 19.20 Uhr zum Jahreswechsel.

Mars ist ein noch unscheinbares Objekt am Morgenhimmel. Mit 1.8 Größenklassen ist er noch relativ lichtschwach. Auch Oberflächendetails sind bei einem scheinbaren Durchmesser von ca. vier Bogensekunden noch nicht erkennbar.

Riesenplanet Jupiter kommt nach Weihnachten in Konjunktion zur Sonne und zieht sich allmählich vom Abendhimmel zurück. Die Beobachtungsbedingungen werden deshalb immer schlechter. Nur im November kann der Planet noch für kurz Zeit am abendlichen Sternenhimmel gesehen werden. Am späten Nachmittag des 24. November befindet sich Jupiter in der Nähe der Venus mit einem Abstand von ungefähr 1,5 Grad, das sind fast genau drei Vollmonddurchmesser (Abb. 4).

Auch für Saturn neigt sich die gegenwärtige Beobachtungsperiode dem Ende zu. Nach dem Ende der abendlichen Dämmerung kann der Ringplanet bis Anfang Dezember tief am Südwesthimmel aufgesucht werden.

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Abb. 1: Ablauf des Merkurtransits am 11. November 2019 (Quelle: Interessengemeinschaft Astronomie Crimmitschau e. V. Autor: Andreas Fritsche)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 2: Anblick des morgendlichen Himmels zum Monatswechsel November/Dezember. Über dem Horizont ist Merkur zu sehen, nordwestlich in fast gerader Linie Mars und der Hauptstern Spica im Sternbild Jungfrau. (Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Venus am Heiligen Abend gegen 17.15 Uhr über dem südwestlichen Horizont. (Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 4: Die enge Begegnung der Planeten Venus und Jupiter. Himmelsanblick über dem Südwest-Horizont am 24. November gegen 17.00 Uhr. (Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche