Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im September und Oktober 2019

von Andreas Fritsche, 04.09.2019
Vorschau auf den Planetenhimmel und andere Himmelsereignisse im September und Oktober 2019

Merkur bleibt im September und Oktober unsichtbar. Er steht südlich der Sonne und geht daher schon unter, bevor es für eine Beobachtung dunkel genug ist. Dafür werden wir im November mit dem seltenen Ereignis eines Merkurtransits entschädigt. Dann zieht der Planet am Taghimmel als kleines schwarzes Pünktchen vor der Sonnenscheibe vorbei.

Auch die Venus bleibt uns vorerst verborgen. Der Winkelabstand zur Sonne ist noch zu klein, um unseren Nachbarplaneten in der abendlichen Dämmerung aufspüren zu können.

Mars steht am 2. September in Konjunktion zur Sonne und zieht mit ihr gemeinsam über den Taghimmel. Deshalb müssen wir den roten Planeten ebenfalls von unserer Objektliste streichen.

Jupiter ist im September nach Einbruch der Dämmerung noch gut am Abendhimmel zu beobachten. Der Riesenplanet geht jedoch immer früher unter. Ende September überschreitet Jupiter bereits kurz vor Mitternacht die Horizontlinie, Ende Oktober hat sich seine Untergangszeit (20:15 Uhr MESZ) bereits in die frühen Abendstunden verlagert. Am Abend des 6. September steht Jupiter in der Nähe des zunehmenden Halbmondes (Abb. 1).

Auch für Saturn bestehen im September noch gute Beobachtungsbedingungen. Wie Jupiter verlagert auch der Ringplanet seine Untergangszeit allmählich in die späten Abendstunden. Die abnehmende Helligkeit ist ein Zeichen, dass sich Saturn nach seiner Opposition im Juli wieder von der Erde entfernt. Anfang September noch 0.3 Größenklassen hell, ist die Helligkeit von Saturn Ende Oktober auf 0.6 Größenklassen gesunken. Dennoch ist der Planet neben Jupiter weiterhin ein markantes Objekt. Im Fernrohr zeigt Saturn seinen mit 25 Grad noch recht weit geöffneten Ring - ein immer wieder spektakulärer Anblick (Abb. 2). Am 5. Oktober finden wir Saturn nördlich des Mondes, der an ihm in ungefähr 1,5 Grad Abstand vorbeizieht (Abb. 3).

Abb. 1: Himmelsanblick
Abb. 1: Himmelsanblick in südlicher Richtung am Abend des 6. September gegen 21:00 Uhr MESZ. Zwischen den Sternbildern Schütze und Skorpion steht der zunehmende Halbmond, flankiert von den Riesenplaneten Jupiter und Saturn.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org
Abb. 2: Ringsystem
Abb. 2: Saturn mit seinem wundervollen Ringsystem. Bei höheren Vergrößerungen ist deutlich die sogenannte Cassinische Teilung, eine Lücke zwischen den hellen Ringen A und B, zu sehen. Sie ist benannt nach dem französisch-italienischen Astronomen Giovanni Domenico Cassini, der sie bereits im Jahr 1675 entdeckte. Deutlich ist der Schattenwurf des Saturn auf dem hinteren Ringsektor zu sehen.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org
Abb. 3: Mond
Abb. 3: Der Mond zieht in ca. 1,5 Grad (das ist der dreifache scheinbare Monddurchmesser) an Jupiter vorüber. Blick in südlicher Richtung gegen 21:00 Uhr MESZ.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.18.2, www.stellarium.org