Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im September und Oktober 2017

von Andreas Fritsche, 05.09.2017

Mitte September kann Merkur in den frühen Morgenstunden dicht über dem Osthorizont aufgesucht werden. Der innerste Planet unseres Sonnensystems steht am 12. September in seiner größten westlichen Elongation zur Sonne. Es kommt damit zur zweiten Morgensichtbarkeit in diesem Jahr. Eine gute Möglichkeit, den scheuen Planeten zu „entdecken“, bietet sich am 19. September gegen 05.45 Uhr MESZ. Dann stehen die Planeten Venus, Mars und Merkur fast in einer Linie. (Abb. 1) Bereits wenig später verschwindet Merkur in den Strahlen der aufgehenden Sonne.

Die Venus bleibt weiterhin als Morgenstern ein helles Objekt. Durch ihre südwärts gerichtete Wanderung in den Löwen verkürzt sich ihre Sichtbarkeitsdauer allerdings immer mehr. Am 1. September geht Venus gegen 03.45 Uhr MESZ auf. Am Monatsende hingegen überschreitet unser innerer Nachbarplanet erst um 05.00 Uhr MESZ die östliche Horizontlinie. Dieser Trend setzt sich im Oktober fort, so dass die Aufgangszeit der Venus Ende Oktober bei 06.30 Uhr MESZ liegt. Im Fernrohr zeigt sich das Venusscheibchen nur noch mit einem Durchmesser von 11 Bogensekunden bei einem Beleuchtungsgrad von 95 %. Die Venus ist von einer dichten Wolkendecke umgeben, so dass auch mit großen Teleskopen visuell keine Einzelheiten auf ihrer Oberfläche sichtbar sind. Mittels Radar lässt sich diese Barriere jedoch durchdringen (Abb. 2).

Mars wird ab Ende September ein Objekt des morgendlichen Sternhimmels. Mit einer Helligkeit von knapp zwei Größenklassen bleibt er aber auch im Oktober ein vorerst unscheinbares Objekt, und auch im Teleskop sind bei einem Durchmesser des Planetenscheibchens von 3.9 Bogensekunden keine Details zu erwarten.

Jupiter strebt seiner Konjunktion entgegen, die er in der letzten Monatsdekade des Oktobers erreichen wird und bleibt damit unsichtbar.

Saturn ist der einzige Planet, der im Herbst am abendlichen Himmel zu beobachten ist. Mit dem Einbruch der Dämmerung befindet sich der Ringplanet bereits westlich des Meridians. Wegen seiner großen südlichen Deklination steht Saturn dann nur noch ca. 15° über dem Horizont. Freie Sicht auf den Südhorizont ist also unbedingt erforderlich. Am 16. Oktober erreicht die Öffnung der Saturnringe mit 27° ihren größtmöglichen Wert. Zurzeit blicken wir auf die Nordseite der Saturnringe. Die Neigung des Saturnäquators und damit auch die der Ringe gegen die Bahnebene führt zu einem Wechselspiel der Stellung in Bezug auf die Erde (Abb. 3). Im Oktober verkürzt sich die Sichtbarkeitsdauer erheblich. Liegt die Untergangszeit Anfang Oktober noch bei 22.15 Uhr MESZ, geht Saturn Ende des Monats bereits um 20.25 Uhr MESZ unter. Abb. 4 zeigt die Position des Planeten Anfang Oktober gegen 19.30 Uhr MESZ.

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Abb. 1: Planetenparade am frühen Morgen des 19. September. Dicht unterhalb der Venus ist Regulus, der Hauptstern des Sternbildes Löwe, zu erkennen. (Erstellt mit Stellarium 0.15.2 www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 2: Die rotierende Venus. Animation generiert aus Radardaten der Sonde Magellan (Quelle: NASA, Rendered by Ironchew)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Ansicht der Saturnringe zu den Oppositionen des Saturns von 2001 bis 2029 (entspricht einem Umlauf des Planeten um die Sonne). Wie in der Abbildung zu erkennen ist, werden wir im Jahr 2025 auf die Ringebene blicken. In dieser Kantenstellung werden die Saturnringe für kurze Zeit nahezu unsichtbar. (Quelle: Wikipedia/Autor: User „Mosesofmason“)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb.4: Saturn am abendlichen Herbsthimmel. Der Hauptstern Antares im Skorpion, erkennbar an seiner orangen Färbung, steht unmittelbar vor seinem Untergang. (Erstellt mit Stellarium 0.15.2 www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche