Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im Juli und August 2017

von Andreas Fritsche, 02.07.2017

Der Merkur bleibt wegen seiner sehr niedrigen Deklination im Juli und August unsichtbar. Bessere Chancen auf eine Abendsichtbarkeit ergeben sich an Orten südlich des 45. Breitengrades. Dort ist der Planet Ende Juli/Anfang August in der Abenddämmerung zu sehen.

Venus ist weiterhin das dominierende Objekt am Morgenhimmel. Im Laufe der beiden Monate verändern sich ihre Aufgangszeiten nur geringfügig um eine dreiviertel Stunde. Die mögliche Sichtbarkeitsdauer bleibt aber ungefähr gleich, da nun auch die Sonne immer später aufgeht. Am Morgen des 20. Juli kann man gegen 04.00 Uhr MESZ die Venus neben der Sichel des abnehmenden Mondes beobachten. In unmittelbarer Nähe des Mondes präsentiert sich Aldebaran, der helle Hauptstern des Sternbildes Stier, in seinem orangefarbenen Licht. Das Ereignis ist bereits mit bloßem Auge zu verfolgen, erfordert aber eine freie Sicht zum Osthorizont (Abb. 1).

Mars wird von der Sonne eingeholt und steht am 27. Juli in Konjunktion. Das bedeutet, dass der rote Planet mit ihr gemeinsam über den Himmel zieht und damit vorerst unsichtbar bleibt.

Für Jupiter bietet der Juli noch ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen, auch wenn er seinen Untergang bis Ende Juli in die Zeit vor Mitternacht verlegt. Am Abend des 28. August stehen Spica (Hauptstern der Jungfrau), Jupiter und der zunehmende Mond dicht beieinander (Abb. 2). Im August verkürzt sich die mögliche Beobachtungsdauer erheblich, so dass Jupiter nur noch in den frühen Abendstunden gesehen werden kann. Im Laufe des Monats verkürzen sich seine Untergangszeiten von anfangs 23.15 Uhr MESZ auf 21.30 Uhr MESZ am Monatsende.

Saturn hat seine Oppositionsstellung zur Sonne hinter sich und ist damit im Juli bis in die frühen Morgenstunden zu beobachten. Erst Ende August geht der Ringplanet bereits kurz nach Mitternacht unter. Am abendlichen Sternenhimmel ist der ca. 0,4 Größenklassen helle Saturn an seinem gelblichen, etwas fahl erscheinenden Licht, im Sternbild Schlangenträger leicht zu erkennen. Der größte und hellste seiner Monde - Titan - ist mit 8.3 mag bereits mit einem Fernglas als kleines Lichtpünktchen in der Nähe des Planeten auszumachen. Der scheinbare Abstand vom Planeten ist dabei variabel und wird durch die Position von Titan während seines Umlaufes um den Planeten bestimmt. Die Umlaufzeit des Eisplaneten beträgt knapp 16 Tage (Abb. 3).

In der Nacht vom 10. August zum 11. August entfaltet der bekannteste Sternschnuppenschwarm sein Maximum. Bis zu 100 Meteore bescheren uns die Perseiden, so der Name des Meteorstromes. Sein Ursprung ist der Komet 109 P/Swift-Tuttle. Beim Durchgang der Erde durch die Bestandteile des inzwischen längst aufgelösten Kometen, dringen diese in die Erdatmosphäre ein und verglühen. Charakteristisch für die Perseiden sind schnelle und helle Objekte, auch sogenannte Boliden mit einer Größenklasse von 0 mag und heller sind möglich. Der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen liegt im Sternbild Perseus. Die beste Beobachtungszeit liegt im Zeitraum von 23.00 Uhr MESZ bis zum Beginn der morgendlichen Dämmerung (Abb. 4). Einziger Wermutstropfen ist der abnehmende Mond, dessen Licht bei der Beobachtung stört, so dass uns die Beobachtung der schwächeren Sternschnuppen entgeht.

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Abb.: 1: Für Frühaufsteher präsentiert der Sternhimmel diese reizvolle Konstellation am Morgen des 20. Juli gegen 04.00 Uhr MESZ. Erstellt mit Stellarium 0.15.2 (www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 2: Rendezvous von Mond, Jupiter und Spica. Erstellt mit Stellarium 0.15.2 (www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Die inneren Monde des Saturns mit ihrem maximalen Abstand zum Saturn. Titan ist leicht für ein Fernglas erreichbar, kann aber auch mit einem schwachen Fixstern verwechselt werden. Hat sich das Objekt in Bezug auf Saturn am nächsten Beobachtungstag bewegt, haben Sie mit Sicherheit den Saturnmond Titan „entdeckt“. (Quelle: NASA/Jet Propulsion Laboratory, California Institute of Technology)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 4: Die besten Chancen auf eine hohe Sternschnuppenrate ergeben sich bei der Beobachtung des Himmels hoch im Nordosten. Die Bahnen der der Meteore, die wir als kurz aufleuchtende Sternschnuppen wahrnehmen, haben ihren Ausgangspunkt im Sternbild Perseus (symbolisierte gelbe Markierung). Durch die winkelgetreue Projektion größerer Himmelsregionen erscheinen die horizontnahen Objekte perspektivisch verzerrt. Erstellt mit Stellarium 0.15.2 (www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche