Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im November und Dezember 2016

von Andreas Fritsche, 28.10.2016

Auf die Beobachtung des Merkurs werden wir in den letzten beiden Monaten verzichten müssen. Wenn es dunkel genug ist, um den scheuen Planeten sehen zu können, steht dieser nur noch knapp 3° über dem Horizont.

Die Venus ist der einzige Planet, der im November und Dezember gut am Abendhimmel sichtbar ist. Im Sternbild Schütze stehend, verlagert sie ihre Untergangszeit von 18.30 Uhr Anfang November auf 19.15 Uhr am Ende des Monats. Im Dezember erscheint uns Venus dann als strahlend heller Abendstern. Mit - 4.4 Größenklassen legt sie an Helligkeit kräftig zu und ist damit nach dem Mond das hellste Objekt am abendlichen Sternhimmel. Ihre Beobachtungszeit verlängert sich immer mehr. So geht die Venus zu Silvester erst gegen 20.30 Uhr unter. Am Abend des 3. Dezember gegen 17.30 Uhr finden wir die Venus im Südwesten in knapp 10° Höhe und über ihr in ca. 5° Abstand die sehr schmale Sichel des zunehmenden Mondes. Etwas höher und weiter östlich können wir noch den Mars erspähen, erkenntlich an seiner rötlichen Färbung. (Abb. 1)

Seit dem Frühsommer war der Mars ein treuer Begleiter bei unseren abendlichen Spaziergängen am Sternhimmel. Nun beendet er allmählich seine Sichtbarkeitsperiode. Er ist bis zum Jahresende nur noch in den frühen Abendstunden im Südwesten zu sehen. Durch die zunehmende Entfernung von der Erde beträgt seine Helligkeit zu Weihnachten nur noch 0.9 Größenklassen. Damit wird es kaum noch möglich sein, Details auf dessen Oberfläche zu erkennen.

Jupiter ist im November und Dezember ein Objekt des Morgenhimmels. Seine Aufgänge verfrühen sich jedoch immer mehr. Geht der Riesenplanet Anfang November gegen 04.30 Uhr auf, so verlagert er seine Aufgangszeit gegen Jahresende auf 01.30 Uhr. In den frühen Morgenstunden steht der Planet hoch genug über dem Horizont, um ihn und seine vier großen Monde erfolgreich beobachten zu können. (Abb. 2)

Saturn nähert sich scheinbar immer mehr der Sonne. Seine bevorstehende Konjunktion mit der Sonne am 10. Dezember deutet darauf hin, dass der „Herr der Ringe“ für uns vorläufig unsichtbar wird.

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Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 1: Rendezvous von Mond, Venus und Mars am Abend des 3. Dezember 2016 (Erstellt mit Stellarium 0.13.2, www.stellarium.org)
Autor: www.stellarium.org
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Abb. 2: In den Morgenstunden steht Jupiter schon hoch am Himmel. Himmelsanblick um die Weihnachtszeit in Richtung Süden gegen 06.00 Uhr. Ausschnitt rechts unten: Im Teleskop zeigt Jupiter die komplexe Struktur seiner Atmosphäre. Etwas unterhalb der Bildmitte ist deutlich der sogenannte „Große Rote Fleck“ erkennbar, ein mindestens seit Jahrhunderten permanent tobender riesiger Wirbelsturm. (Erstellt mit Stellarium 0.13.2, www.stellarium.org)
Autor: www.stellarium.org