Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
sliderimg1 sliderimg2 sliderimg3 sliderimg4 sliderimg5 sliderimg6

Der Planetenhimmel im Juli und August 2016

von Andreas Fritsche, 22.06.2016

Merkur hält sich im Juli und August südlich der Sonne auf. Die niedrige Deklination des Planeten ist der Grund dafür, dass wir den sonnennächsten Planeten derzeit nicht sehen können.

Die Venus steht noch zu nahe bei der Sonne, so dass sie sich ebenfalls einer Beobachtung entzieht. Erst ab der dritten Monatsdekade des August macht sie sich als Abendstern bemerkbar. Am Monatsende geht die - 3.9 mag helle Venus bereits um 20:50 Uhr MESZ unter. Am 27. August kommt es zu einer engen Begegnung von Venus und Jupiter. Dieses kosmische Rendezvous ist schon mit einem lichtstarken Fernglas zu verfolgen. (Abb. 1)

Mars zieht sich allmählich vom Morgenhimmel zurück. Für den abendlichen Betrachter des Sternhimmels ist er aber weiterhin ein gutes Beobachtungsobjekt. Erst gegen Ende Juli geht der rote Planet bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht unter. Bis zum 31. August verfrühen sich die Untergänge allmählich bis auf 23:15 Uhr MESZ. Am Abend des 24. August zieht Mars am hellen Hauptstern des Skorpion - Antares - vorbei. Mit dieser Begegnung hat es eine besondere Bewandtnis. Antares bedeutet so viel wie "marsähnlicher Stern", in der astronomischen Literatur findet sich auch der Begriff "Gegenmars". Der Grund für diese Sternbezeichnung ist, dass Antares etwa so hell wie der Mars ist und eine ähnliche rötliche Färbung aufweist. Gegen 21:00 Uhr MESZ ist es dunkel genug geworden, um Mars und Antares einem direkten Vergleich unterziehen zu können. (Abb. 2)

Für Jupiter stellt der Juli die vorerst letzte Beobachtungsmöglichkeit dar. Die Untergänge des Riesenplaneten erfolgen nun immer früher. Der Planet kann in den frühen Abendstunden noch tief im Westen aufgesucht werden, bis er Anfang August in den Strahlen der untergehenden Sonne unsichtbar wird.

Saturn bleibt in den Monaten Juli und August das bevorzugte Objekt am Planetenhimmel. Erst gegen Ende August geht der Ringplanet eine halbe Stunde vor Mitternacht unter. Im Fernrohr zeigt Saturn seinen derzeit weitgeöffneten Ring. Für die Beobachtung seines großen Mondes Titan (8.3 mag) genügt schon ein gutes Fernglas.

Alljährlich erscheint im August der bekannte Meteorstrom der Perseiden, der uns bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde beschert. Doch in diesem Jahr erwarten die Astronomen eine deutlich höhere Anzahl an Sternschnuppen. Der gravitative Einfluss des Planeten Jupiter bewirkt, dass sich die Bahn des Meteorstromes näher an der Erde befindet als sonst üblich. Grund genug, sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Das Maximum ist in der Nacht vom 11. auf den 12. August, die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 23:00 Uhr und 05:00 Uhr MESZ. Die Sternschnuppen scheinen dabei einen gemeinsamen Ausgangspunkt zu haben, der im Sternbild Perseus liegt - daher die Bezeichnung Perseiden (Abb. 3). Die Meteore dringen mit 60 km pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein. Dadurch kommt es zum Teil zu sehr hellen Leuchterscheinungen, den sogenannten Boliden (Abb. 4).

Venus und Jupiter im Fernglas
So sieht man die Begegnung von Venus und Jupiter im Fernglas. Der Durchmesser des Sichtfeldes beträgt hier ca. 5 Grad. Gültig für den 27. August um 20.00 Uhr MESZ. Bereits einige Tage vorher kann die Annäherung der beiden Planeten gut verfolgt werden.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.org
Mars und Antares
Mars und Antares gemeinsam am abendlichen Himmel mit Saturn. Himmelsanblick über dem südlichen Horizont am 24. August gegen 21.00 Uhr MESZ.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.org
Perseiden über China
Perseiden über China. Deutlich ist der scheinbar gemeinsame Ausgangspunkt der einzelnen Meteore zu sehen.
Autor: apod.nasa.gov, Autor: Xiang Zhan, Peking
Imposante Leuchterscheinungen
Imposante Leuchterscheinungen sind bei den Perseiden keine Seltenheit.
Autor: NASA/science @ NASA