Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Merkurdurchgang vor der Sonne am 9. Mai 2016

von Andreas Fritsche, 23.04.2016

Zu den relativ seltenen Ereignissen gehören die Durchgänge der Planeten Merkur und Venus vor der Sonne. Diese beiden Planeten sind die einzigen, die uns ein solches Himmelsschauspiel bieten. Während des Durchgangs, auch Transit genannt, sind Merkur und Venus als schwarze Punkte vor der Sonne zu sehen. Dabei sind Merkurdurchgänge häufiger zu beobachten als Durchgänge der Venus.

Entsprechend ihrem Bahnverlauf stehen sowohl Merkur als auch Venus in bestimmten Zeitabständen mit der Sonne gemeinsam am Himmel. Die Astronomen sprechen von einer Konjunktion. In der Regel ziehen die Planeten aber entweder oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn sich die Planeten im Bahnknoten befinden (Schnittpunkt zwischen Planetenbahn und Ekliptik), kommt es zu einem Merkur- bzw. Venustransit.

Ablauf des Merkurdurchganges

In Deutschland haben wir das Glück, dass der Merkurdurchgang fast in seiner vollen Länge zu beobachten ist. Ganz problemlos lässt sich der Beginn verfolgen, denn zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne hoch im Süden. Das Ende (Austritt des Merkurs) wird sich kaum verfolgen lassen, da zu diesem Zeitpunkt der Planet bereits untergeht.

Einen Überblick über den Verlauf gibt Abbildung 1.

  • 13.15 Uhr: Beginn des Merkurdurchganges. Dabei tritt die winzige Merkurscheibe am östlichen Sonnenrand ein.
  • 16.58 Uhr: Mitte des Durchganges. Merkur erreicht seinen minimalen Abstand zum Mittelpunkt der scheinbaren Scheibe der Sonne.
  • 20.39 Uhr: Ende des Merkurdurchganges. Der Planet tritt am südwestlichen Rand der Sonne aus. Untergang des Merkurs

Die Beobachtung des Merkurdurchganges

Der Durchmesser des kleinen Merkurscheibchens beträgt nur zwölf Bogensekunden. Damit ist der Planet mit bloßem Auge nicht sichtbar. Die Fachliteratur nennt als Mindestvoraussetzung ein Fernrohr ab 30facher Vergrößerung. Doch das stimmt nicht ganz. Viele Beobachter haben den winzigen schwarzen Punkt bereits mit einem Fernglas ab 8facher Vergrößerung gesehen! Über die Ursachen dieser Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist nichts Näheres bekannt. Wer ein Fernglas besitzt, kann sich daher mit guter Aussicht auf Erfolg an eine Beobachtung des Merkurtransits wagen. Allerdings muss das Fernglas auf einem Stativ angebracht sein.

ABER VORSICHT! Die Beobachtung der Sonne durch ein optisches Instrument (gleich welcher Bauart) darf nur durch spezielle Sonnenfilter erfolgen, die VOR dem Objektiv angebracht werden müssen. Alle anderen Methoden wie rußgeschwärzte Glasscheiben, Sonnenbrillen, CD´s usw. führen zu schweren, teils irreversiblen Augenschäden!

Öffentliche Beobachtung auf der Sternwarte Crimmitschau

Die Mitglieder des Vereins der Sternwarte laden Sie ein, an diesem seltenen Ereignis teilzuhaben. Am 09. Mai zwischen 15.00 Uhr und 18.00 Uhr ist die Sternwarte für Jedermann geöffnet. Hier können Sie den Merkurtransit mit optimaler Beobachtungstechnik verfolgen. Haben Sie Fragen, werden wir Ihnen diese gern beantworten.

Merkurtransit_01
Abb. 1: Die Bahn des Merkur vor der Sonnenscheibe und der zeitliche Verlauf
Autor: Andreas Fritsche
Merkurtransit_02
Abb. 2: Merkur als kleiner schwarzer Punkt vor der Sonne. Am linken Sonnenrand ist ein großer Sonnenfleck, am rechten eine kleine Sonnenflecken-Gruppe zu erkennen. (Quelle: www.wikipedia.de, Public Domain, Autor: Brocken Inaglory)
Autor: Andreas Fritsche