Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im Mai und Juni 2016

von Andreas Fritsche, 23.04.2016

Der Merkur steht in den Monaten Mai und Juni zu nahe an der Sonne, um ihn aufsuchen zu können. Diese Sonnennähe, die eine Beobachtung ansonsten verhindert, ermöglicht es uns in diesem Jahr, Merkur als kleinen schwarzen Punkt vor der Sonnenscheibe zu sehen. Mehr erfahren Sie in dem Beitrag: Merkurdurchgang vor der Sonne am 9. Mai 2016

Mars kommt am 22. Mai in Opposition zu Sonne und steht der Erde damit am nächsten. Bis dahin nimmt seine Helligkeit auf -2.1 mag zu. Der in einem rötlichen Orange erscheinende Planet ist damit etwa so hell wie Jupiter. Von den ersten Nachtstunden abgesehen, ist Mars die ganze Nacht sichtbar. Leider steht der Planet sehr weit südlich, so dass eine freie Sicht auf den Südhorizont erforderlich ist. Eine schöne Konstellation mit dem Vollmond, Mars und Saturn ergibt sich am Abend des 21. Mai eine Stunde vor Mitternacht (Abb. 1). Die Aufgänge des roten Planeten verfrühen sich immer mehr, so dass Mars im Juni bereits nach Einbruch der Dämmerung zu sehen ist. Erst gegen Ende Juni zieht er sich allmählich aus der zweiten Nachthälfte zurück.

Jupiter hat seine Oppositionsstellung verlassen und kann im Mai noch sehr gut bis in die frühen Morgenstunden beobachtet werden. Nach Einbruch der Dunkelheit hat der Riesenplanet den Meridian bereits überschritten. Wir finden Jupiter dann in etwa 40 Grad Höhe unter dem Sternbild Löwe, ca. 15° östlich des Hauptsterns Regulus, weiter im Südosten sind schon die Planeten Mars und Saturn zu sehen (Abb. 2). Im Verlaufe des Juni wird die zur Verfügung stehende Beobachtungszeit zunehmend knapper. Die Dämmerung setzt immer später ein und die Untergänge des Planeten erfolgen immer früher. Ende Juni geht Jupiter bereits eine halbe Stunde nach Mitternacht unter.

Saturn wird im Mai und Juni wohl das bevorzugte Objekt der Planetenbeobachter sein. Während dieser Zeit ist der Ringplanet zunächst ab Mitternacht, dann aber die ganze Nacht über sichtbar. Im Fernrohr sieht man deutlich die Abplattung des Planeten, verursacht durch seine schnelle Rotation. In nur 10,5 Stunden rotiert der Gasriese um seine eigene Achse. Immer wieder faszinierend auch für Laien ist der Anblick des imposanten Ringsystems. Zurzeit präsentiert uns Saturn seinen fast voll geöffneten Ring, auf den wir in einem Winkel von ca. 26° sehen. Die Fotomontage in Abb. 3 gibt uns einen Eindruck vom gewaltigen Ausmaß des Saturn-Systems.

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Abb. 1: Rendezvous von Mond, Mars und Saturn am 21. Mai gegen 23.00 Uhr MESZ (Erstellt mit Stellarium, www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 2: Planetenparade Anfang Juni: Während Jupiter schon westlich des Meridians steht, finden wir Mars und Saturn in niedrigerer Höhe über dem Südosthorizont. Himmelsanblick am 01.Juni gegen 23.00 Uhr MESZ (Erstellt mit Stellarium, www.stellarium.org)
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Größenvergleich zwischen dem Saturn, dessen Ring und der in diesen Dimensionen fast unscheinbaren Erde. (Public Domain, Quelle: Wikipedia, NASA)
Autor: Andreas Fritsche