Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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von Andreas Fritsche, 01.03.2016

Für die Beobachtung des Merkurs bieten sich im April sehr gute Bedingungen. Aufgrund seines Bahnverlaufes ist er in relativ großer Höhe in der abendlichen Dämmerung zu finden. Wer den Planeten noch nie mit eigenen Augen gesehen hat, hat im April sehr gute Chancen, den scheuen Planeten zu "entdecken". Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen dem 10. und 20. April. Dann steht Merkur in der Dämmerung (gegen 20:30 Uhr MESZ bzw. 20:45 Uhr MESZ) in ca. 10 Grad Höhe über dem westlichen Horizont. Ein Fernglas leistet hierbei gute Dienste (Abb. 1).

Venus nähert sich der Sonne und bleibt daher im März und April unsichtbar.

Mars bleibt im März ein Objekt für den morgendlichen Beobachter. Erst im Mitte April geht der rote Planet bereits um Mitternacht auf. Seine Helligkeit von -1.5 Größenklassen macht ihn zum auffälligen Objekt nordöstlich des Sternbildes Skorpion. Ganz ihn seiner Nähe finden wir etwas südöstlich den Saturn. Am Morgen des 25. April gesellt sich zu den beiden Planeten der Mond (Abb. 2).

Für Jupiter ist nun die Zeit seines großen Auftritts gekommen. Am 08. des Monats steht der Gasriese in Opposition zur Sonne und ist damit im März und April die gesamte Nacht sichtbar. Mit -2,5 mag ist er das hellste Objekt am nächtlichen Sternenhimmel. Wir finden den Planeten unterhalb des Sternbildes Löwe. Während seiner Kulmination erreicht er in diesem Jahr eine Höhe von ca. 50 Grad. Damit bieten sich ausgezeichnete Bedingungen für detailreiche Beobachtungen. Während die vier großen Jupitermonde bereits mit einem Fernglas sichtbar sind, braucht es zur Beobachtung der großräumigen Strukturen in der Atmosphäre schon ein Fernrohr. Dabei geben die Veränderungen großer und über Jahrzehnte hinweg bestehender Objekte den Forschern Rätsel auf. Abb. 3 zeigt das Verschwinden des südlichen Äquatorialbandes innerhalb eines halben Jahres. Die Beobachtungsabende auf der Sternwarte im März bieten die Gelegenheit, die Details der Jupiteratmosphäre und seine Monde mit eigenen Augen zu sehen.

Saturn hält sich im März und April in der Nähe des Mars auf. So wird auch der Ringplanet erst im April vor Mitternacht aufgehen. Im Mai wird Saturn zu einer günstigeren Beobachtungszeit sichtbar sein. Dann können wir uns auf einen hellen Planeten mit seinem derzeit weit geöffneten Ring freuen.

Merkur Mitte April
Abb. 1: Merkur Mitte April gegen 20.45 Uhr MESZ in der Dämmerung über dem westlichen Horizont
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.org
Mond Mars Saturn
Abb. 2: Rendezvous von Mond, Mars und Saturn. Zu diesem Trio gesellt sich noch der helle Hauptstern Antares im Skorpion. Himmelsanblick in Richtung Süden am 25. April gegen 04.00 Uhr MESZ.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.org
Äquatorialband
Abb. 3: Der australische Astrofotograf Anthony Wesley dokumentierte das Verschwinden des markanten südlichen Äquatorialbandes zwischen August 2009 und Mai 2010. Die Breite des Bandes entspricht dem zweifachen Erddurchmesser!
Autor: Anthony Wesley, Australien; Quelle: Science@NASA