Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
sliderimg1 sliderimg2 sliderimg3 sliderimg4 sliderimg5 sliderimg6

Der Planetenhimmel im November und Dezember 2015

von Andreas Fritsche, 30.10.2015

Merkur kommt im November in Konjunktion zur Sonne und bleibt damit unsichtbar. Erst zu den Weihnachtsfeiertagen lohnt es sich wieder, nach dem scheuen Planeten Ausschau zu halten. Gegen 17.00 Uhr finden wir Merkur tief über dem südwestlichen Horizont. Für die Beobachtung bleibt nur wenig Zeit, da der Planet schnell in den Dunstschichten der Atmosphäre verschwindet (Abb. 1). Merkur ist nur wenig größer als unser Mond und zeigt auch eine ihm ähnelnde Oberflächenstruktur. Wie dieser besitzt Merkur keine Atmosphäre und ist - auf lange Zeiträume gesehen - einem ständigen Bombardement von Asteroiden, Kometen und Meteoriten schutzlos ausgeliefert gewesen. Davon zeugen die auf seiner Oberfläche zahlreich vorhandenen Einschlagkrater. Der bisher bekannte größte seiner Art ist Caloris Planitia (Abb. 2).

Die Venus ist weiterhin das auffälligste Gestirn des Morgenhimmels. Sie steht vor Beginn der morgendlichen Dämmerung im Osten und ist dann noch zu sehen, wenn die anderen Sterne längst verblasst sind. Am Morgen des 7. November können wir über dem Südost-Horizont eine Planetenparade bewundern. Mars und Venus stehen dann dicht beieinander und rechts von ihnen die Sichel des abnehmenden Mondes. Vervollständigt wird dieses Trio durch den etwas entfernt und höher stehenden Jupiter (Abb. 3). Auch im Dezember ist die Venus weiterhin Morgenstern. Allerdings verspäten sich ihre Aufgänge von zunächst 03.50 Uhr auf 05.10 Uhr am letzten Tag des Jahres.

Mars ist im November und Dezember ein Objekt des Morgenhimmels. Er ist noch weit von seiner Opposition entfernt und auch noch nicht sehr hell. Auch für Fernrohrbeobachter ist Mars noch kein attraktives Objekt.

Riesenplanet Jupiter ist im November erst in den frühen Morgenstunden zu beobachten. Seine Aufgänge verfrühen sich bis zum Jahresende allerdings immer mehr. Gegen Mitte Dezember steigt Jupiter erstmals vor Mitternacht über den Horizont.

Saturn beendet seine Sichtbarkeitsperiode. Ende November befindet sich Saturn in Konjunktion, so dass wir bis zum Jahresende auf die Beobachtung des Ringplaneten verzichten müssen.

11-12_1
Abb. 1: Zum Jahresausklang finden wir Merkur tief über dem Südwesthorizont (Himmelsanblick gegen 17.00 Uhr)
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.or
11-12_2
Abb. 2: Eine im Frühjahr 2015 gemachte Falschfarbenaufnahme der Raumsonde Messenger zeigt die kraterübersäte Oberfläche des Merkurs. Der riesige Einschlagkrater Caloris Planitia (Durchmesser 1.550 km) ist im Bild oben rechts als gelblich erscheinende Formation deutlich zu sehen.
Autor: Quelle: NASA/Johns Hopkins University
11-12_3
Abb. 3: Die Planeten Venus, Mars und Jupiter mit der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes am Morgen des 07. November. Blick in Richtung Südosten gegen 06.00 Uhr.
Autor: Erstellt mit Stellarium 0.13.2 www.stellarium.org