Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im September und Oktober 2015

von Andreas Fritsche, 08.09.2015

Der Merkur wird unseren Blicken im September verborgen bleiben. Trotz seiner östlichen Elongation von 27° verläuft die Ekliptik zu flach über dem Horizont. Erst im Oktober kann der scheue Planet am Morgenhimmel aufgespürt werden. Die beste Beobachtungszeit liegt um die Monatsmitte in den frühen Morgenstunden ungefähr eine Stunde vor Sonnenaufgang (Abb.1).

Venus hat sich zum hell strahlenden Morgenstern entwickelt. Mit einer Helligkeit von -4.5 mag ist sie das dominierende Objekt am Morgenhimmel. Sie ist noch dann zu beobachten, wenn alle Sterne in der Morgendämmerung bereits verblasst sind. Am frühen Morgen des 9. Oktober können wir Zeuge einer kleinen Planetenparade werden. Zwischen den Sternbildern Löwe und Wasserschlange stehen Venus, Mars und Jupiter annähernd auf einer Linie über dem östlichen Horizont (Abb. 2). Am 25. Oktober kann der Beobachter am Fernrohr den Planeten halb beleuchtet sehen, die Phase der Halbvenus (Dichotomie) ist eingetreten.

Für den Mars beginnt der Monat September mit seinem ersten Auftauchen am morgendlichen Himmel nach seiner Konjunktion mit der Sonne. Doch selbst Ende Oktober erscheint der rote Planet erst gegen 04.00 Uhr MESZ. Aufgrund seiner noch relativ weiten Entfernung von der Erde ist das Planetenscheibchen noch recht klein, Mars selbst relativ lichtschwach. Eine Beobachtung lohnt sich deshalb noch nicht.

Auch für Jupiter bieten sich im September noch keine guten Beobachtungsbedingungen. Erst im Oktober kann der Riesenplanet in den frühen Morgenstunden aufgesucht werden. Doch auch hier sollte der Beobachter noch etwas Geduld haben, um erfolgreich das Wechselspiel seiner vier hellen Monde und die großräumige Struktur der Jupiteratmosphäre beobachten zu können.

Ringplanet Saturn wird im September nur noch für kurze Zeit in den frühen Abendstunden einer Beobachtung zugänglich sein. Wenn der Himmel ausreichend dunkel geworden ist, steht Saturn nur noch in einer Höhe von knapp 10° über dem Südwesthorizont (Abb. 3). Im Oktober beendet der Planet schließlich seine Sichtbarkeitsperiode.

Im September findet eine totale Mondfinsternis statt. Nähere Informationen hier: Totale Mondfinsternis am 28. September 2015.

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Abb. 1: Himmelsanblick Mitte Oktober in Richtung Osten gegen 06.45 Uhr MESZ. Merkur steht nur knapp über dem Horizont. Die helleren Planeten Venus und Jupiter dienen als Orientierungshilfe. (Erstellt mit Stellarium 0.12.4)
Autor: Stellarium 12.4
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Abb. 2: Planetenparade am 09.Oktober gegen 06.00 Uhr MESZ: Zu Venus, Mars und Jupiter gesellt sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes. Bildausschnitt unten rechts: Im Fernrohr zeigt Venus Phasen wie unser Mond – hier in der Dichotomie als „Halbvenus“. (Erstellt mit Stellarium 0.12.4)
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Abb. 3: Der Südwesthorizont Mitte September gegen 20.00 Uhr MESZ. Südöstlich von Saturn finden wir den hellen Hauptstern (Antares) des Sternbildes Skorpion.(erstellt mit Stellarium 0.12.4)
Autor: Andreas Fritsche