Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im Juli und August 2015

von Andreas Fritsche, 20.06.2015

Auf die Beobachtung des Merkur werden wir in diesen beiden Monaten verzichten müssen. Nur in südlicheren Breiten kann man unter guten Bedingungen den Planeten in der Morgendämmerung aufspüren.

Venus steht am 10. Juli in ihrem sog. „Größten Glanz“. Damit hat sie für diese Beobachtungsperiode ihre maximale Helligkeit (-4,7 mag) erreicht. Am späten Abend des 18. Juli lohnt es sich, die Region über dem Westhorizont aufzusuchen. Dort finden wir die Venus neben Jupiter und unterhalb der beiden Planeten die schmale Sichel des zunehmenden, schon im Untergang befindlichen Mondes. Mit einem kleinen Fernrohr oder gutem Fernglas ist auch Regulus, der Hauptstern des Löwen, zu erkennen (Abb. 1). In den folgenden Wochen beendet die Venus ziemlich schnell ihre Dominanz am abendlichen Himmel. Sie bewegt sich immer weiter auf die Sonne zu, so dass sie Ende Juli unsichtbar wird. Am 15. August befindet sich die Sonne in unterer Konjunktion und zieht mit unserem Tagesgestirn über den Himmel. Von nun an beginnt Venus, die Erde auf ihrer inneren Bahn zu überholen. Dabei wechselt der Planet an den Morgenhimmel. Bereits in der letzten Woche des August erstrahlt Venus als Morgenstern in der Dämmerung über dem Osthorizont.

Mars befindet sich zu nahe bei der Sonne, so dass er unseren Blicken im Juli und August verborgen bleibt.

Auch Jupiter beendet seine Sichtbarkeitsperiode. Nur bis Mitte Juli kann der Riesenplanet noch für kurze Zeit dicht über dem Horizont aufgespürt werden.

Die Untergänge des Saturn erfolgen jetzt immer früher. Trotzdem bleibt der Ringplanet bis Ende August ein ausgezeichnetes Beobachtungsobjekt für die ersten Nachtstunden. Am 22. August finden wir Saturn in der Nähe des zunehmenden Halbmondes, der in ca. 2° Abstand (das sind vier Vollmonddurchmesser) nördlich an Saturn vorbeizieht (Abb. 2).

Der August eines jeden Jahres ist bekannt für seine erhöhte Sternschnuppen-Aktivität. Verantwortlich ist der Meteorstrom der Perseiden, der als Überrest des Kometen 109P/Swift-Tuttle anzusehen ist. Das diesjährige Maximum fällt in die Nacht vom 12. zum 13. August, wobei die beste Beobachtungszeit zwischen 23.00 Uhr MESZ und 05.00 Uhr MESZ morgens liegt. Dabei wird in diesem Jahr kein Mondlicht stören. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden im Maximum erwartet. Aufgrund eines perspektivischen Effektes scheinen alle Meteore aus einer Richtung zu kommen – in diesem Falle liegt er links des Sternbildes Perseus (Abb. 3). Dabei sind sehr helle Objekte – sog. Boliden – durchaus keine Seltenheit.

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Abb. 1: Himmelsanblick über dem Westhorizont am Abend des 18. Juli gegen 22.00 Uhr MESZ. Der Mond, Venus und Jupiter sind bei freier Sicht mit dem bloßen Auge erkennbar – Regulus bereits mit einem Fernglas. (Erstellt mit Stellarium 0.11.4 www.stellarium.org )
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Abb. 2: Am Abend des 22. August zieht der zunehmende Halbmond am Ringplaneten Saturn vorbei. Blick auf den Horizont im Südwesten gegen 22.00 Uhr MESZ. (Erstellt mit Stellarium 0.11.4 www.stellarium.org )
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Der Himmel im Osten in der Nacht des Perseiden-Maximums am 13. August gegen 01.00 Uhr MESZ. Die Markierung gibt die Position des Radianten in Bezug auf die ihn umgebenden Sternbilder an. (Erstellt mit Stellarium 0.11.4 www.stellarium.org )
Bildausschnitt unten rechts: Ein größerer Meteor durchdringt unsere Erdatmosphäre. Beim Verglühen erzeugt er eine eindrucksvolle, sehr helle Sternschnuppenerscheinung. (Bildquelle: Public Domain, Urheber: Thomas Grau)
Autor: Andreas Fritsche