Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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von Andreas Fritsche, 24.02.2015

Der Merkur bleibt im März noch unsichtbar, doch Ende April bietet sich die beste Chance des gesamten Jahres, den scheuen Planeten am Abendhimmel aufzuspüren. Seine Helligkeit ist dann auf -0.5 mag gesunken, dafür hat sich sein scheinbarer Abstand von der Sonne vergrößert. Ungefähr 20 Minuten nach Sonnenuntergang können wir beginnen, Merkur dicht über dem Nordwesthorizont aufzusuchen (Abb. 1).

Venus ist nun zum auffälligsten Gestirn am abendlichen Himmel geworden. Durch ihre große Helligkeit von ca. -4.0 Größenklassen kann man sie schon kurz nach Einbruch der Dämmerung in 20 Grad Höhe über dem westlichen Horizont sehen, lange bevor die anderen Sterne am Firmament erscheinen. Zwischen dem 09. und 12. April zieht Venus am bekannten Sternhaufen der Plejaden, auch Siebengestirn genannt, in 2.5 Grad Abstand vorbei. Für die Beobachtung ist ein Fernglas eine gute Hilfe (Abb. 2).

Mars befindet sich im März und April ziemlich nahe bei der Sonne. Zudem entfernt er sich von der Erde und wird lichtschwächer, so dass es sich kaum noch lohnt, den Planeten aufzusuchen.

Jupiter bleibt bis Ende April ein Beobachtungsobjekt der gesamten Nacht, wenn man von den frühen Morgenstunden absieht. Wegen seiner großen nördlichen Deklination befindet sich der Riesenplanet in einer gut beobachtbaren Position. Bereits nach Einbruch der Dunkelheit kann Jupiter im Osten aufgesucht werden. Nach Venus - und natürlich dem Mond - ist er damit das dritthellste Objekt am nächtlichen Himmel. Während mit einem Fernrohr die Streifenstruktur seiner schnell rotierenden Atmosphäre sichtbar ist, zeigt bereits ein Fernglas das reizvolle Wechselspiel seiner vier großen Monde. Dabei wird der aufmerksame Beobachter feststellen, dass sich die Stellung der Monde zueinander und zum Planeten täglich ändern. Abb. 3 zeigt Jupiter und seine Monde, wie sie sich dem Betrachter im Fernrohr zeigen.

Saturn ist im März noch ein Objekt für die Stunden vor Sonnenaufgang. Erst im April verlagern sich seine Aufgangszeiten in die Stunden vor Mitternacht. Liegt seine Aufgangszeit Anfang April noch bei 00:25 Uhr MESZ, so überschreitet Saturn Ende April bereits um 22:25 Uhr MESZ den südöstlichen Horizont.

Merkur
Merkur über dem westlichen Horizont am Abend des 28. April gegen 21:00 Uhr MESZ.
Autor: Stellarium.org
Venus
Die helle Venus passiert vom 09. bis 12. April den Sternhaufen der Plejaden. Himmelsanblick in Richtung Westen gegen 21:30 Uhr MESZ.
Autor: Stellarium.org
Jupiter
Jupiter mit seinen vier großen Monden. Diese Aufnahme von Ronald Legler (Leipzig) entstand mit der unter Amateurastronomen beliebten Webcam ToUCam Pro II. (Mit freundlicher Genehmigung des Autors)
Autor: www.astronomie-amateur.de