Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Exkursion auf die Osterburg Weida

von Frank Andreas, 13.09.2014
Eine Gruppe von Vereinsmitglieder und anderen Freunden der Astronomie zog es am 06. September 2014 auf die Osterburg nach Weida im Vogtland. Das klingt zwar ziemlich unastronomisch, doch lesen Sie weiter:

Der Besuch auf der Osterburg war in mehrerlei Hinsicht eine Zeitreise. Die Burg erzählt in einer interessanten Ausstellung und einer 360°-Videoprojektion im beeindruckenden Burgturm die Geschichte der Vögte und die Entwicklung des Vogtlandes.

Ein anderes „Zeit“-Exponat erwartet man eher nicht auf einer solchen Burg. Eine Atomuhr. Dabei handelt es sich um die Atomuhr der ehemaligen DDR, die über Umwege auf die Osterburg kam. Prof. Jürgen Müller, der zusammen mit Prof. Peter Bussemer die Atomuhr nach Weida holte und sie dort in einer Ausstellung zum 125. Jubiläum der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt 2012 der Öffentlichkeit präsentierte, berichtete uns in einem spannenden Vortrag über die Hintergründe der Atomuhr. Die Uhr sollte ein unabhängiges Zeitnormal für die DDR liefern, da man bis dahin auf die Dienste der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in der BRD angewiesen war. Die Uhr wurde allerdings erst 1988, also kurz vor dem Ende der DDR, fertig und wurde daher nicht mehr für den Zeitdienst verwendet. Sie lief nach der politischen Wende noch einige Jahre in Bratislava.

Eine sehr genaue Zeitmessung ist für viele Gebiete der Astronomie sehr wichtig. Aber auch im Alltag spielt die atomgenaue Zeit eine große Rolle, z.B. bei Verwendung von Navigationsgeräten mit GPS-Satelliten sowie für Rundfunk und Fernsehen.

Wir haben an der Sternwarte keine eigene Atomuhr, nutzen aber das mit einer Atomuhr synchronisierte Signal einer Funkuhr. Mit deren hochgenauen Sekundentakt steuern wir u.a. eine von unserem Sternfreund Andreas Kühne entwickelte und gebaute Sternzeituhr. Ihm verdanken wir auch die Organisation des interessanten Ausflugs, wofür wir ihm recht herzlich danken.

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Der Burghof der Osterburg mit dem beeindruckenden dreiteiligen Burgturm.
Autor: Frank Andreas
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Blick vom Turm auf die Osterburg.
Autor: Frank Andreas
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Derzeit lagern die Teile der Atomuhr in einem Raum der Osterburg, der später Teil einer interaktiven Wissensausstellung werden soll.
Autor: Andreas Kühne
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Vortrag über die Atomuhr der DDR von Prof. Müller (rechts im Bild) im Amtsgerichtssaal der Osterburg in Weida.
Autor: Frank Andreas
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Teile der Atomuhr der DDR liegen hier teilweise verpackt. Die Uhr soll aber demnächst wieder aufgebaut werden.
Autor: Frank Andreas
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Hier ist die Atomuhr während der Ausstellung "Vom Ur-Meter zur Atomuhr" im Jahre 2012 auf der Osterburg Weida zu sehen.
Autor: Andreas Kühne
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Cäsium ist das chemische Element, dessen Atom-Schwingungen für die sehr genaue Atomzeit benötigt wird. Hier ist das Alkalimetall als silbern bis golden schimmernde Flüssigkeit in einem Glasröhrchen zu sehen. Diese Menge hätte für etwa 25 Betriebsjahre gereicht.
Autor: Frank Andreas
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Hinter einer Kopie des Ur-Meters steht eine kleine Pappschachtel des "Amtes für Standardisierung, Messwesen und Musterbau" der DDR, in dem ursprünglich die Cäsium-Ampullen lagerten.
Autor: Frank Andreas