Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im November und Dezember 2013

von Andreas Fritsche, 24.10.2013

Merkur wird im November zum letzten Mal in diesem Jahr zu sehen sein. Etwa vom 10. bis zum 25. des Monats kann der flinke Planet dicht über dem Osthorizont in der Morgendämmerung aufgespürt werden.

Venus beendet das Jahr als Abendstern. Durch ihre Stellung im Sternbild Schütze mit entsprechend niedriger Deklination ist sie nur in geringer Höhe über dem Horizont aufzufinden. Ihre Untergänge verfrühen sich von ca. 19.00 Uhr Anfang November bis 18.00 Uhr zum Jahresausklang. In ihrem größten Glanz strahlt Venus am 06. Dezember. Dabei nimmt die Phase der Venus immer mehr Sichelgestalt an und ihr Durchmesser steigt bis Ende Dezember auf eine Bogenminute. Die Abbildung 1 gibt einen Eindruck vom visuellen Himmelsanblick am 06. Dezember gegen 17.00 Uhr.

Die Aufgänge des Mars verschieben sich bis zum Jahresende auf die erste halbe Stunde nach Mitternacht, so dass der rote Planet vorerst ein Objekt des Morgenhimmels bleibt.

Die Sichtbarkeitsbedingungen für Jupiter verbessern sich immer mehr. Anfang November überschreitet der Riesenplanet bereits gegen 21.00 Uhr die Horizontlinie im Nordosten. Jupiter geht im Verlaufe der beiden letzten Monate des Jahres nun immer früher auf, so dass er im Dezember allmählich zum dominanten Objekt der gesamten Nacht wird. Zwischen Weihnachten und Silvester steht Jupiter gegen Mitternacht zusammen mit den schönsten Sternbildern des Winterhimmels hoch im Süden (Abb. 2).

Saturn steht im November in Konjunktion zur Sonne und bleibt im November und Dezember unsichtbar.

Bereits am 2. November können wir Zeuge einer Sternbedeckung durch den Mond werden. Es ist ein relativ seltenes Ereignis, wenn ein heller Stern der 1. Größenklasse bedeckt wird. Diesmal ist es der Hauptstern Spica des Sternbildes Jungfrau. Das Ereignis findet seinen Anfang mit dem sog. Eintritt um 06.30 Uhr und endet um 07.10 Uhr. Die Bedeckung findet in nur 7° Höhe statt, so dass ein uneingeschränkter freier Blick auf den Osthorizont Voraussetzung für eine Beobachtung ist. Für diese reicht bereits ein Fernglas. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen jeweils die Position von Spica relativ zum Mond kurz vor bzw. nach der Bedeckung. Vor allem die Position am rechten Mondrand sollte man genau im Auge behalten, denn Verschwinden und Auftauchen des Sterns erfolgen schlagartig. Der Grund ist das Fehlen einer Atmosphäre auf dem Mond.

Eine Extra-Seite widmen wir natürlich dem Kometen ISON. Schauen Sie hier: ISON - der Jahrhundertkomet?

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Abb. 1: Himmelsanblick am 06. Dezember gegen 17.00 Uhr. Über dem südwestlichen Horizont strahlt Venus als heller Abendstern. Links oberhalb der Venus können wir die Sichel des zunehmenden Mondes beobachten. (Erstellt mit Stellarium 0.11.4 www.stellarium.org )
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 2: Blick von der URANIA-Sternwarte in Wien auf den winterlichen Sternhimmel in der letzten Woche des Dezembers. Der Riesenplanet ist im Sternbild Zwillinge leicht aufzufinden. (Erstellt mit Stellarium 0.11.4 www.stellarium.org )
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 3: Die helle Spica kurz vor dem Beginn der Bedeckung am unteren (südlichen) Mondrand. Erstellt mit Cartes du Ciel http://www.ap-i.net/skychart
Autor: Andreas Fritsche
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Abb. 4: Am Ende der Bedeckung taucht Spica urplötzlich am dunklen Mondrand wieder auf. Erstellt mit Cartes du Ciel http://www.ap-i.net/skychart
Autor: Andreas Fritsche