Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Der Planetenhimmel im Juli und August 2011

von Andreas Fritsche, 03.07.2011

Merkur erreicht am 20. Juli seine größte östliche Elongation. Bedingt durch die speziellen Bahnverhältnisse wird es aber kaum gelingen, den Planeten mit bloßem Auge aufzuspüren.

Venus, in den Vormonaten noch als Morgenstern sichtbar, kommt im August in Konjunktion mit der Sonne. Sie steht dann in unmittelbarer Nähe des Tagesgestirns und kann damit ebenfalls nicht beobachtet werden.

Auch der rote Planet Mars ist im Juli und August noch kein attraktives Beobachtungsobjekt. Im August kann man ihn zwar am Morgenhimmel aufsuchen, aber mit 1.4 mag ist er noch relativ lichtschwach. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich von 02:25 Uhr MESZ Anfang August auf 02:00 Uhr MESZ am Monatsende. Das Planetenscheibchen hat dabei einen scheinbaren Durchmesser von 5 Bogensekunden. Damit sind auch für kleine und mittlere Fernrohre kaum Einzelheiten auf seiner Oberfläche auszumachen.

Jupiter ist im Juli noch ein Beobachtungsobjekt für die zweite Nachthälfte. Seine Aufgänge verfrühen sich jedoch immer mehr, so dass der Riesenplanet im August dann fast die gesamte Nacht zu beobachten sein wird. Seine Aufgangszeiten verschieben sich rasant von 02:00 MESZ Uhr Anfang Juli bis auf 22:00 Uhr MESZ Ende August. Dann liegt auch die Opposition nicht mehr fern, was sich in einer zunehmenden Helligkeit des Planeten bemerkbar macht.

Ringplanet Saturn ist im Juli noch ein ausgezeichnetes Beobachtungsobjekt am Abendhimmel. Erst am Monatsende geht der Planet dann bereits eine halbe Stunde vor Mitternacht unter. Im August ist es dann nur in den ersten Stunden nach Einbruch der Dämmerung möglich, den Planeten in geringer Höhe über dem Westhorizont aufzuspüren. Ab Mitte des Monats wird es aber immer schwieriger Saturn mit dem freien Auge sehen zu können.

Der August 2011 bietet übrigens die Möglichkeit, einen sog. Kleinen Planeten (auch Planetoid oder Asteroid genannt) selbst mit einem kleinen Fernglas zu beobachten. Während seiner diesjährigen Opposition am 05. August ist er mit einer scheinbaren Helligkeit von 5.6 mag theoretisch sogar mit bloßem Auge zu sehen. Da es aber immer schwieriger wird, in unserem lichtverschmutzten Firmament lichtschwache Objekte aufzuspüren, ist das schon erwähnte Fernglas oder ein kleines Fernrohr eine gute Wahl. Die Erstentdeckung machte Heinrich Olbers im März des Jahres 1807 in Bremen. Planetoiden sind Kleinkörper unseres Sonnensystems, deren Bahnen vorwiegend zwischen Mars und Jupiter verlaufen. Durch die rapide Entwicklung hochempfindlicher CCD - Kameras und computergestützter Beobachtungskampagnen ist die Zahl der bekannten Objekte auf über eine halbe Million angewachsen. Mit Hilfe der Abbildungen 1 und 2 haben wir die Chance, den hellsten Vertreter seiner Klasse mit eigenen Augen sehen zu können. Das Video zeigt 20 Einzelaufnahmen des Asteroiden, gewonnen mit der Raumsonde Dawn am 01. Juni dieses Jahres (Quelle: NASA/JPL-Caltech / UCLA / MPS / DLR / IDA).

Wie in jedem Jahr ist der August der Monat der Sternschnuppen. Dieser an Meteoren reiche Strom der Perseiden ist das Auflösungsprodukt des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Im August durchquert die Erde die Bahnebene dieses Meteorstroms, was dann zu hellen und häufigen Meteorerscheinungen führt. Dabei scheinen die Sternschnuppenspuren vom Sternbild Perseus auszugehen (ein rein perspektivischer Effekt). Nach diesem ist auch der Meteorstrom benannt. Das Maximum liegt in der Nacht vom 11. zum 12. August, die günstigste Beobachtungszeit zwischen 22:00 Uhr und 04:00 Uhr MESZ. Die Abb. 3 zeigt die Position des Perseus um Mitternacht.

Perseus
Position des Sternbildes Perseus gegen Mitternacht um die Zeit des Maximums des Meteoritenstroms der Perseiden. Von hier aus scheinen die Sternschnuppen ihren Ausgangspunkt zu nehmen. (Quelle: Stellarium, www.stellarium.org)
Autor: Stellarium.org
Vesta
Vesta während ihrer Opposition im Sternbild Steinbock (Capricornus) um den 05. August 2011 gegen Mitternacht (Quelle: Stellarium, www.stellarium.org)
Autor: Stellarium.org
Vesta Ausschnittvergrößerung
Ausschnittvergrößerung aus Abb.1: Anhand der Konstellation hellerer Sterne und einem am Himmel konstruierten Hilfsdreiecks können wir Vesta mit einem Fernrohr oder Fernglas "neu entdecken". (Quelle: Stellarium, www.stellarium.org)
Autor: Stellarium.org