Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Sternhimmel Juli und August 2010

von Andreas Fritsche, 25.07.2010

Nach Merkur werden wir in den beiden Sommermonaten vergeblich Ausschau halten. Er befindet sich südlich der Sonne. Entsprechend klein fällt sein Tagbogen aus, so dass er sich aus den Strahlen der Sonne nicht befreien kann.

Venus dagegen bleibt uns als heller Abendstern bis in den August hinein erhalten, wenn auch ihre Untergangszeiten sich immer mehr verfrühen. Ist Venus Anfang Juli bis eine halbe Stunde vor Mitternacht sichtbar, so geht sie Ende August bereits gegen 21:00 Uhr unter. Am Abend des 13. August befindet sich Venus sehr nahe bei den Planeten Mars und Saturn. Unter dieser Konstellation befindet sich die Sichel des zunehmenden Mondes, der förmlich auf der Horizontlinie zu stehen scheint und im Untergang begriffen ist. Um das Ereignis sehen zu können, ist eine freie Sicht auf den Westhorizont erforderlich. Ein Fernglas oder kleines Fernrohr ist dabei sehr hilfreich (s. Abb. 1).

Mars beendet im August seine Sichtbarkeitsperiode. Doch schon ab Mitte Juli wird er schwer werden, ihn mit bloßem Auge zu erspähen. Er steht schon in Horizontnähe und wird auch merklich lichtschwächer.

Ab Mitte Juli geht Riesenplanet Jupiter bereits um Mitternacht auf. In den folgenden Wochen verfrüht sich sein Aufgang immer mehr, so dass er ab Anfang August ein ausgezeichnetes Beobachtungsobjekt am sommerlichen Abendhimmel wird. Immer wieder reizvoll sind Bewegungen der vier großen Jupitermonde, die bereits mit einem Fernglas zu sehen sind. Die von uns aus scheinbare Pendelbewegung um die Planetenscheibe deutete Galileo Galilei richtig als Umlaufbewegung der Monde um den Planeten. Diese "Miniaturausgabe" unseres Sonnensystems war für ihn ein weiterer stichhaltiger Beweis für die Richtigkeit des kopernikanischen Weltbildes.

Die kleine, aus 11 Einzelbildern zusammengesetzte Animation zeigt eine vollständige Rotation des Jupiters und die Vorübergänge der Monde Io und Ganymed. Dabei ist der Mond in der Regel nicht zu sehen, aber sein Schatten kann auf Jupiter gut verfolgt werden. Die Aufnahme stammt von der Raumsonde New Horizons vom 9. Januar 2007, aufgenommen aus 80 Mio. Kilometer Jupiterentfernung.

Saturn kann Anfang Juli noch kurz nach Beginn der Dämmerung am Abendhimmel gesehen werden, bevor er sich Mitte August endgültig der Beobachtung entzieht.

Auch in diesem Jahr sei auf den Meteorstrom der Perseiden hingewiesen. Die günstigste Beobachtungszeit dieser bekannten Sternschnuppen ist vom 10. bis 14. August. Das Maximum wird in der Nacht vom 12. zum 13. August erwartet. Am ergiebigsten ist jeweils die Zeit von 22:00 Uhr bis 04:00 Uhr.

Westhorizont
Abb. 1: Blick auf den Westhorizont am Abend des 13. August 2010. Der Mond ist kurz vor seinem Untergang, rechts von ihm finden wir in geringer Höhe die Planeten Mars, Venus und Saturn. (Erstellt mit "Cartes Du Ciel", www.astrosurf.com/astropc ).
Autor: Cartes Du Ciel
Rotation_Jupiter
Quelle: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute
Autor: NASA