Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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von Andreas Fritsche, 28.02.2010

Der April beschert uns für den Planeten Merkur die einzige Abendsichtbarkeit des ganzen Jahres. In der ersten Hälfte des Monats haben wir die Chance, den sonnennächsten Planeten am Abendhimmel aufzufinden. Merkur kann dann nach 20:00 Uhr MESZ in der Dämmerung knapp über dem Westhorizont gesehen werden. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe der hellen Venus, die als Aufsuchhilfe dienen kann (Abb. 1).

Venus befindet sich, wie oben gesagt, in der Nähe des Merkur. Deshalb ist auch ihre Sichtbarkeitsdauer noch relativ kurz. Wegen ihrer Helligkeit ist sie jedoch schon zu Beginn der Dämmerung als auffallend helles Gestirn am westlichen Horizont zu sehen, bis beide Planeten nach dem Ende der Dämmerung schon bald untergehen.

Mars bleibt in den Monaten März und April ein gutes Beobachtungsobjekt fast für die ganze Nacht. Der rote Planet steht in den Abendstunden hoch im Süden und kann wegen seiner rötlichen Farbe gut von anderen Planeten und Sternen unterschieden werden. Mitte April zieht Mars am offenen Sternhaufen M44 (lat. Praesepe, deutsch Krippe) vorbei, eine gute Gelegenheit, diesen schönen Sternhaufen durch ein Fernglas oder kleines Fernrohr zu beobachten (Abb. 2).

Jupiter befindet sich in zu großer scheinbarer Sonnennähe, um im März und April erfolgreich beobachtet zu werden.

Für Ringplanet Saturn ist nun die günstigste Beobachtungsperiode angebrochen. Er ist die ganze Nacht sichtbar und befindet sich zur Kulmination, d. h. seinem höchsten Punkt im Süden, in mittlerer Höhe. Saturn ist übrigens zurzeit eine ganze Größenklasse lichtschwächer. Der Grund ist die momentan geringe Öffnung seines Ringes mit nur ca. 3 Grad, der voll geöffnete Ring (27 Grad) bringt den erwähnten Helligkeitsgewinn. In der Nähe der Planetenscheibe des Saturn kann man bereits im Fernglas einen schwachen "Stern" mit der scheinbaren Helligkeit 3.8 mag ausmachen, der aber gar keiner ist. Es handelt sich um den Saturnmond Titan, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Mit seinem Durchmesser von über 5000 km übertrifft er sogar den Planeten Merkur und Zwergplanet Pluto. Die besten Beobachtungsbedingungen bieten sich, wenn sich der Mond in größerem Abstand zu Saturn befindet, ohne von ihm überstrahlt zu werden. Dabei befindet sich Titan mal östlich, mal westlich von Saturn. Den größten westlichen Abstand hat Titan am 03.03., 19.03., 04.04., 19.04., östlich von Saturn ist er am 11.03., 27.03., 12.04. und 28.04. zu sehen. Abb. 3 zeigt Saturn mit Titan als Fernglasanblick, Abb. 4 eine Aufnahme, wie sie nur durch Raumsonden gewonnen werden kann.

Himmelsanblick_April
Dicht über dem Westhorizont ist die helle Venus zu erkennen. Mit ihrer Hilfe dürfte es mit einem Fernglas nicht schwer sein, auch den Planeten Merkur zu entdecken. Himmelsanblick für die Abende um den 8. April gegen 20.00 MESZ (Quelle: www.stellarium.org)
Autor: www.stellarium.org
Mars_bei_Praesepe
Vom 15.-18. April zieht Mars in den späten Abendstunden am Sternhaufen Praesepe im Sternbild Krebs vorbei. (Quelle: www.stellarium.org)
Autor: www.stellarium.org
Saturn_mit_Titan
Blick durch das Fernrohr - so etwa stellt sich Saturn mit seinem Mond Titan dar, wenn sich dieser in einer seiner Elongationen befindet (siehe auch Text oben). (Quelle: www.stellarium.org)
Autor: www.stellarium.org
Titan_von_Cassini_Huygens
Titan ganz nahe: Dieses Bild wurde von der Raumsonde Cassini-Huygens im Oktober 2006 während zweier Vorbeiflüge gemacht. Die Entfernung zum Mond betrug 12.000 km. Die Aufnahme wurde in drei verschiedenen Wellenlängen gewonnen von 1,3 µm (blau) über 2,0 µm (grün) bis hin zu 5,0 µm (rot). (Quelle: NASA, www.nasa.gov)
Autor: NASA