Schul- und Volkssternwarte Johannes Kepler Crimmitschau
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Planetenhimmel September und Oktober 2009

von Andreas Fritsche, 04.09.2009

Der flinke Planet Merkur kann von Anfang bis Mitte Oktober in der Morgendämmerung aufgespürt werden. Der Beobachter muss sich jedoch beeilen, denn schon bald nach dem Sichtbarwerden des Planeten verschwindet er auch schon wieder in den Strahlen der aufgehenden Sonne. Die beste Beobachtungszeit ist in den Tagen um den 6. Oktober gegen 06:30 Uhr MESZ. Dann ist er genau im Osten in Horizontnähe zu finden. Abbildung 1 zeigt die Position des Planeten, wobei die Venus als Aufsuchhilfe dient. Unter Merkur befindet sich schließlich noch Saturn, jedoch wird dieser in der Morgendämmerung kaum mit bloßem Auge auszumachen sein.

Venus bleibt uns im September und Oktober weiterhin als auffälliger Morgenstern erhalten, wenngleich sich im Verlaufe der zwei Monate ihre Aufgangszeiten immer mehr verfrühen. Diese sind Anfang September ca. 03:30 Uhr MESZ, Ende des Monats ca. 04:00 Uhr und Ende Oktober schließlich erst um 05:30 Uhr MESZ.

Auf die günstigste Beobachtungszeit des Roten Planeten Mars werden wir noch etwas warten müssen. Noch ist Mars ein Beobachtungsobjekt der zweiten Nachthälfte. Doch Mitte Oktober fallen seine Aufgangszeiten bereits in die Stunden vor Mitternacht.

Jupiter hat seine Opposition hinter sich und bietet noch ausgezeichnete Beobachtungsbedingungen. Bis Ende Oktober kann der Riesenplanet in den Abendstunden am Südhimmel beobachtet werden. Bereits ein Fernglas reicht aus, um die vier großen Jupitermonde in unmittelbarer Nähe der Planetenscheibe aufzufinden. Diese umlaufen den Planeten fast in einer Ebene. Von der Erde aus gesehen erscheinen sie daher fast wie auf einer Linie "aufgefädelt" (Abb.2). Nicht immer sind alle vier gleichzeitig zu sehen. Dann werden die fehlenden durch Jupiter bedeckt oder durch dessen Schatten verfinstert. Auch wenn sie vor der Planetenscheibe vorüberziehen oder ihre Schatten auf diese werfen, sind sie im Fernglas nicht sichtbar. Entdeckt wurden diese Monde am 7. Januar des Jahres 1610 von Galileo Galilei. Die Bewegungen der Monde um Jupiter erschienen ihm wie eine Miniaturausgabe des Sonnensystems und damit ein Hinwies auf die Richtigkeit des heliozentrischen Weltbildes. Doch die meisten der damaligen Gelehrten und Vertreter der katholischen Kirche, beeinflusst durch die Geisel der Inquisition, verweigerten die ihm gebührende Anerkennung. So waren einige Professoren in Florenz nicht zum Blick durch Galileis Teleskop zu bewegen, um nicht mit eigenen Augen sehen zu müssen, was nicht sein darf. Abb. 3 zeigt die vier großen Jupitermonde in einer Fotomontage, wie sie sich einer Raumsonde präsentieren.

Ringplanet Saturn befindet sich in Sonnennähe und bleibt im September und Oktober weitgehend unsichtbar.

Osthimmer am 06. Oktober 2009
Abb. 1: Anblick des Himmels gegen Osten am 06. Oktober 2009 um 06.30 Uhr MESZ. Links unterhalb der Venus erscheint Merkur als Lichtpunkt in der Morgendämmerung. (Quelle: Planetariumsprogramm STELLARIUM www.stellarium.org)
Autor: Stellarium.org
Jupitermonde
Abb. 2: Die vier großen Monde des Jupiters als "Momentaufnahme", so wie sie in einem Fernrohr zu sehen sind. Ihre relativ kurze Umlaufzeit um den Planeten ergibt ein reizvolles Wechselspiel mit immer anderen Anblicken. (Quelle: Nationall Optical Astronomy Observatory, Arizona, U.S.A. www.noao.edu )
Autor: Nationall Optical Astronomy Observatory Arizona
Io, Europa, Ganymed und Kallisto
Abb. 3: v. l. n. r.: Io, Europa, Ganymed und Kallisto - die großen Jupitermonde, gewonnen durch Aufnahmen interplanetarer Raumsonden. (Quelle: www.wikipedia.org)
Autor: www.wikipedia.org